Zur Geschichte der Turissa Nähmaschinen

Ursprünglich hiess die Firma "Nähmaschinenfabrik Brütsch & Co." mit Standort St. Gallen, gegründet von Wilhelm Brütsch, einem sehr begabten Techniker und Konstrukteur. Es war derselbe Wilhelm Brütsch, der zuvor für die Firma Fritz Gegauf in Steckborn deren erste Haushaltnähmaschine konstruierte, die dann 1932 als BERNINA Kl.105 im Markt eingeführt wurde. (Die ganze Geschichte zu Wilhelm Brütsch siehe www.occaphot.ch im Kapitel BERNINA Geschichte)

Wilhelm Brütsch war nun Hersteller seiner eigenen Maschinen und Generalvertreter verschiedener Fabrikate, was ihm auch eine Menge Arbeit abverlangte. Auch die Verbindung zu BERNINA blieb weiterhin bestehen. Die Vereinbarung sah vor, dass Brütsch die neue BERNINA konstruiert und sie bei Gegauf in Seckborn produziert würde. Brütsch verabschiedete mit Fritz Gegauf einen Vertrag, welcher der Firma Brütsch & Co. als Generalvertretung bis auf unbestimmte Zeit das alleinige Vertriebsrecht der neu eingeführten Nähmaschinenmarke BERNINA für die ganze Schweiz zusicherte.

Dieser stragegisch sehr clevere Vertrag sicherte ihm regelmässige Einnahmen und finanzierte gewissermassen zu einem Teil auch Brütsch’s neue Firma.

Parallel zu Turissa verhalf Brütsch, der auch ein Organisationstalent war, mit seinem fortschrittlichen Vertriebskonzept auch den neuen BERNINA-Maschinen zu kometenhaftem Erfolg. Leider verstarb Wilhelm Brütsch überraschend nach kurzer Krankheit bereits mit 62 Jahren am 7. Juni 1943.

 

Änderungen nach dem Tod von Wilhem Brütsch

Wilhelm Brütschs Sohn Willi der als kaufmännischer Geschäftspartner dem Vater einige Jahre zur Seite stand, war 1941 leider schon sehr früh verstorben. Seine Frau – Brütsch’s Schwiegertochter – verheiratete sich wenig später neu, mit einem Dr. Otto Müller, der nach Wilhelms Tod die Firma Brütsch & Co. übernahm. Alle Verbindungen zur Firma Gegauf/BERNINA wurden damit aufgelöst.

 

Die erste TURISSA Automatic wurde 1950 im Markt eingeführt, noch unter der Firma Brütsch & Co., deren neuer Besitzer nun Dr. Otto Müller war. 1951 wurde die Firma umbenannt, neu gegründet und offiziell registriert als “Turissa Nähmaschinenfabrik“, deren neues Domizil Dietikon im Kanton Zürich wurde.

Die neue Firma war jedoch nicht ganz eigenständig, denn unter dem neuen Besitzer wurde TURISSA nun als Tochterunternehmen der seit 1863 bestehenden Hämmerli Sportwaffenfabrik in Lenzburg (Kanton Aargau) geführt.

Anfangs lief der Absatz der neuen Turissa Maschinen recht gut. Nicht zuletzt weil die Kalkulation sehr niedrig gehalten wurde um die Konkurrenz finanziell massiv zu unterbieten. Dass sich eine solche Strategie auch in den 1950er Jahren nicht langfristig aufrechterhalten ließ, zeigte sich bald. Die Maschinen waren qualitativ top, aber in der Produktion viel zu teuer, wollte man diese weit unter den Konkurrenzpreisen anbieten.

So versuchte man auch, im japanischen Maschinenhersteller Koyo-Seiko einen Hersteller für Turissa zu finden mit dem Ziel, diese Maschinen auf dem heimischen Markt unter dem Namen Turikoyo anzubieten. Doch auch dieses Vorhaben scheiterte weil sich diese Maschinen hierzulande nicht behaupten konnten.

So wurden noch wenige Jahre die uns heute noch als Oldtimer bekannten TURISSA Modelle wie die Ultramatic, Automatic, Novomatic, Fortuna, Swissmatic produziert.

Im Jahre 1967 wurde zwischen der Besitzerfima Hämmerli AG Lenzburg und Husqvarna Schweden vertraglich die Auflösung der Firma Turissa eingeleitet. HUSQVARNA übernahm per sofort das gesamte Turissa-Händlernetz in der Schweiz. Die meisten Nähmaschinenhändler waren gleichzeitig auch Zweiradmechaniker mit eigenem Fahrrad- oder Motorrad-Fachgeschäft.

Nach der Übernahme wurden die Husqvarna-Maschinen in der Schweiz mit der Zusatzbeschriftung Turissa angeboten, so dass sich die Hausfrau schön langsam an die in der Schweiz neu etablierte Marke Husqvarna gewöhnen konnte. Wenig später verschwand der Name Turissa ganz vom Markt.

 

Text: occaphot.ch

 

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