Orscha 1022M

Geradstich-Gewerbe/Industrienähmaschine 1022 M (Orscha) mit Arbeitstisch, Kniehebel und Kraftstrom, Unterbaumotor (380V), hergestellt in Orscha, UdSSR (heute Russland) (Bilder: I. Naumann)
Geradstich-Gewerbe/Industrienähmaschine 1022 M (Orscha) mit Arbeitstisch, Kniehebel und Kraftstrom, Unterbaumotor (380V), hergestellt in Orscha, UdSSR (heute Russland) (Bilder: I. Naumann)

Die hier gezeigte Geradstich-Gewerbenähmaschine "Orscha" 1022 M wurde 1989 in der Sowjetunion hergestellt. Sie ist ein Zeitzeuge der einst bestehenden Handelsbeziehungen der ehemaligen sozialistischen Staaten. Obwohl an der Maschine das Baujahr 1989 vermerkt ist, deutet nichts an ihr auf Materialeinsparung hin. Sie ist schwer gebaut, das Gehäuse und die gesamte Mechanik sind aus Metall (Eisen, Stahl, Aluminium). Die linke und die obere Abdeckung, das Handrad sowie die Rückwärtstaste sind aus Aluminium und sie wiegt 30 kg. Der Kraftstrom-Motor und der Arbeitstisch sind Produkte aus der DDR. Es ist ein leistungsstarker Motor, man kann damit aber auch genau so langsam nähen, wie mit einem kleinen Anbaumotor einer Haushalts-Nähmaschine. Ein Kraftstrom-Motor benötigt immer einen Schutzschalter (Foto Nr. 02), weil so ein Motor eingeschaltet werden muss. Er dreht sich dann ständig, es ist ein Drehgeräusch, das nicht stört. Durch Bedienung des Pedals wird eine Bremse gelöst und der Antrieb auf die Maschine übertragen. Ein Anlasser, wie er für eine Haushaltsnähmaschine notwendig ist, gibt es hier nicht. Der Kraftstrom-Motor arbeitet nach einem anderen Prinzip. Sollte im Anlasser einer Haushaltsnähmaschine der Kondensator defekt sein, dann würde die Maschine nach Stromanschluss sofort anfangen zu laufen, bei einer kraftstrombetriebenen Nähmaschine kann das nicht passieren. Beim Arbeiten mit so einer Maschine stellt man schnell fest, dass es zwischen einer Haushaltsnähmaschine und ihr gewaltige Unterschiede gibt. Materialien wie mehrlagige Plane oder Leder werden leichtgängig durchstochen und exakt genäht, als hätte man es mit dünner Baumwolle zu tun. Die Isdelija besitzt eine robuste und hochwertige Bauweise, die für eine lange Nutzungsdauer ausgelegt ist. Ihre Mechanik funktioniert sehr leichtgängig und leise, wenn man sie sich genau betrachtet, erkennt man, dass fast alle Teile automatisch geölt werden (Foto Nr. 14). Voraussetzung dafür ist, dass immer genügend Öl in den Dosierbehältern vorhanden ist.

Die hier gezeigte Gewerbe-Nähmaschine 1022 M wurde einst für Näharbeiten in einer Sattlerei und beim Neubeziehen von Möbeln (Polsterarbeiten) eingesetzt.

Vorteile

leichtgängige Mechanik, Umlaufgreifer, im Handel erhältliche Spulen passen in die Spulenkapsel 

Nachteile

die Spulenkapsel der 1022 M entspricht dem S 103 (Singer), aber am Geifer ist der Führungszapfen (siehe Foto Nr. 11) stärker als z.B. bei den Umlaufgreifern von Haushaltsnähmaschinen, das bedeutet, im Handel erhältliche Spulenkapseln passen nicht in die Isdelija, (siehe Foto Nr. 20)

 

Text: I. Naumann

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