AEG 791

AEG 791, Freiarm-Haushaltsnähmaschine mit Einbaumotor, Hersteller: verm. Veritas-Beteiligungs GmbH, in China (Bilder: Th. Schumacher)
AEG 791, Freiarm-Haushaltsnähmaschine mit Einbaumotor, Hersteller: verm. Veritas-Beteiligungs GmbH, in China (Bilder: Th. Schumacher)

Diese AEG 791 Nähmaschine ist wohl von der Veritas-Beteiligungs GmbH in China produziert worden. Der Motor ist in jedem Fall von der bei und nicht sehr bekannten chinesischen Nähmaschinenfabrik JEGON , die hauptsächlich Industriemaschinen herstellt.

Vertrieben wurde sie so um 2006 herum zum UVp von 229,- aber dann doch auch bei den Discountern um 99,-Euro.

Die positiven Punkte gleich vorweg : Die Maschine ist formschön, handlich leicht (Maschinenkörper nur 6,1Kg!), hat eine ordentliche Auswahl an Nutzstichprogrammen, ist leicht zu verstehen und hat einen ausreichend starken Motor für normales Haushaltsnähen. CB-Greifer und die üblichen 130/705 Flachkolbennadeln sind in Verwendung.

Ja und sie kann natürlich nähen, meist recht ordentlich!

… wenn sie nicht gerade verstellt ist, was auch bei diesem Exemplar der Fall war! Am Greifergetriebe hatten sich Klemmschrauben etwas gelöst und der Greifer hatte sich verdreht, dadurch den Oberfaden nicht mehr eingefangen.

Hinter der schönen Kunststoff-Fassade werkelt denn auch eine sparsame Blech- und Plastik-Mechanik im rohen Alu-Druckguss-Gerüst. Auch der Transporteur ist aus weniger haltbarem Zinkdruckguss, noch dazu mit 2 ziemlichen Schwachstellen (siehe Text im zugehörigen Bild).

Der Standard-CB-Greifer wird von einem relativ kleinen Kegelgetriebe angetrieben, aber immerhin in Metallausführung.

An den übertragenden Blech-Pleueln wurde jedoch mächtig gespart – auch hier sprechen die Bilder für sich. Füsschen-Lifter, Steuernocken (!) Schalt- und Programmwalzen sowie deren Antriebe – alles in Kunststoff, auch die Rückwärtstaste ist ein gewagtes ABS-Leichtbauteil. Ölschmierbohrungen findet man nur im Bereich der Gelenkfadenhebel. An den restlichen Innenbereich käme man ohnehin nur nach Demontage der rückwärtigen Verkleidung heran, was den Herstellerangaben nach nur vom Service gemacht werden darf. Ist auch eine Fummelei mit versteckten Schrauben und Rasthaken. Eine typische Entmündigung des Verbrauchers in der Neuzeit, die es so in den 50 /60 ern einfach noch nicht gab.

Fazit: Preisgünstige Maschine der 2. Kategorie für gelegentliches Haushaltsnähen.

Vorteile

Leicht, gut zu bedienen, Standard CB-Greifer + Nadeln. Gute Auswahl von Nutzprogrammen.

Nachteile

Viele Kunststoff-, Leichtmetall- und Blechteile in der sparsamen Mechanik, Klemmschrauben auf glatten Wellen lassen Verstellung zu.

 

Text: Th. Schumacher

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